Blumen, Makrofotografie

Wir sind dem Sommer begegnet ! (Makromontag)

April 24, 2017

 

In pale moonlight / the wisteria’s scent / comes from far away.

Yosa Buson

Wir haben den Sommer gesehen! Er hat uns die letzten beiden Wochen einen Gruß geschickt. Seit etwa 15 Jahren, mit ein paar Ausnahmen, verbringen wir die Ostertage in der französischen Provence. Dieses Jahr hat es das Wetter richtig gut mit uns gemeint und es kam schon ein wenig Sommerfeeling auf. Am Tage Temperaturen über 20 Grad, stets blauer Himmel und sogar der Mistral hat es langsam angehen lassen. Somit waren Sonnenbäder, Schwimmen und lange Spaziergänge an der Tagesordnung und wir können den Alltag hier zuhause ausgeruht und mit aufgefülltem Sonnentank angehen.

Auf der Pergola über der Terrasse hatte sich der Blauregen breit gemacht und seine Blütentrauben haben mich morgens mit ihrem milden, nach Vanille duftendem Geruch geweckt. Die zartvioletten Blütentrauben, die bis zu 30 Zentimeter lang werden können, ziehen mich jedes Jahr in ihren Bann. Vor zwei Jahren hatte ich ihnen schon mal einen Blogbeitrag gewidmet.

Die Heimat des Blauregens sind China und Japan, in Europa wurde die Glyzine erst Ende des
19. Jahrhunderts heimisch.

Ihre Ranken besitzen eine unbändige Kraft, bringen Eisentore zum Biegen und Steinsäulen ins Wanken und ihre Blüten anscheinend auch so manch Angebetete zum Nachgeben. Gebändigt schmücken sie in den allerschönsten Blaunuancen im April und Mai die bunten Hauswände der Provence.

Der Maler Claude Monet trug in Frankreich maßgeblich zur Popularität der “glycines” bei. Fasziniert von Japan, ließ der Impressionist in seinem prachtvollen Garten in Giverny Glyzinen um die grüne japanische Brücke über dem Seerosenteich ranken und hielt ihre Schönheit in seinen Bildern fest.

Nach der Blüte entwickeln sich Früchte in Form von länglichen, grünen Bohnen, die giftig sind. Sobald die Hülse reift und aufplatzt, werden die prallen Samen mit einem pistolenähnlichen Knall herauskatapultiert. Das mit dem Knall habe ich gelesen, jedoch noch nie selbst erlebt.

Mit seinen hellgrünen Blättern im Frühjahr, dunkelgrünen im Sommer und goldgelben im Herbst sorgt der Blauregen zu jeder Jahreszeit für ein abwechslungsreiches Schauspiel.

Der chinesische Name der Glyzine lautet anscheinend “Zi Tang” und soll “fliederfarbene, kriechende Pflanze” bedeuten.

Wer weiß, vielleicht versuche ich es ja auch mal hier mit dem Anpflanzen von Blauregen und dann ergießen sich bald auf unserer heimischen Terrasse üppige Blauregen-Kaskaden. Wisteria-Lane lässt grüßen.

Eine schöne Woche wünsche ich Euch. Lasst es Euch gutgehen!

 

Verlinkt mit:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

You Might Also Like

26 Comments

  • Reply Ms. Figino April 24, 2017 at 08:48

    Hallo – schön bist Du auch wieder dabei und Dein Sommer-Provence-Flieder ist wunderschön getroffen!

    Danke fürs Zeigen und ich wünsche eine gute Woche!!

    • Reply merlanne April 24, 2017 at 11:03

      Danke dir auch für die tolle Linkparty!

  • Reply Barbara April 24, 2017 at 09:11

    Wunderschön deine Glyzine. Als Kind habe ich aus einem Samen ein Glyzine gezogen. Jahrzehnte hat sie uns mit tollen Blüten beschenkt. Vor zwei Jahren ist sie leider eingegangen. Deshalb vielen Dank für die tollen Aufnahmen.
    Liebe Grüsse
    Barbara

    • Reply merlanne April 24, 2017 at 10:54

      Hallo Barbara. Schade, dass wir im Sommer nicht wieder in der Provence sind, sonst hätte ich mir ein paar Samen mitgebracht.
      Ganz liebe Grüße,
      Claudine

  • Reply Anna Schmidt April 24, 2017 at 09:21

    Wunderschön! Wir hatten als Kinder eine alte Glyzine am Haus. Deren Stamm wurde mit der Zeit so stark, dass wir von der Terrasse auf den Balkon klettern konnten. Wir haben immer “Hans und die Bohnenranke” gespielt. 🙂

    • Reply merlanne April 24, 2017 at 10:52

      Hallo Anna,
      OH, das klingt super spannend. Ich kann mir richtig vorstellen, wieviel Spaß es gemacht haben muss, an der Ranke hochzuklettern.
      Liebe Grüße,
      Claudine

  • Reply Astridka April 24, 2017 at 10:01

    Schön, sie heute auch bei dir zu finden, die unvergleichliche Glyzinie! Bei mir ist sie – wegen der anhaltend niedrigen Temperaturen, noch nicht vollständig erblüht, hat aber auch keinen Frostschaden abbekommen.
    Dass die Samen mit einem Knall entladen werden, habe ich auch noch nicht erlebt. Dass sie mit ihrer Kraft Regenröhre zerdrücken allerdings schon.
    Beneidenswert, dein Provenceaufenthalt…
    GLG
    Astrid

    • Reply merlanne April 24, 2017 at 10:50

      Hallo, liebe Astrid. Willkommen im Club der Blauregen-Fans. Es ist interessant zu lesen, dass die Glyzine auch in nördlicheren Gefilden gedeiht. Das motiviert mich, sie auch hier anzupflanzen.
      Gruß
      Claudine

  • Reply Lea April 24, 2017 at 11:05

    Beautiful!

  • Reply Taija April 24, 2017 at 11:32

    …und ich dem Winter :-)…
    Wie schön, Deine Aufnahmen!
    Liebe Grüße, Taija

    • Reply merlanne April 24, 2017 at 11:42

      Hallo Taija,
      Ich habe gerade in der Zeitung gelesen, dass der Winter sich hier für morgen angemeldet hat. Wie war das doch gerade: “April, April, der macht was er will!”
      LG
      Claudine

  • Reply Christiane Balke April 24, 2017 at 16:10

    …da bekommt man ja richtig Sehnsucht bei den fantastischen Fotos und Beschreibung! Hier will der Winter sich immer noch nicht verabschieden; für die nächsten Nächte ist wieder Frost angesagt *grrr*
    LG Christiane

    • Reply merlanne April 24, 2017 at 16:19

      Hallo Christiane,
      Ja es scheint so, dass wir hier im “Norden” noch ein paar Tage mit Wintertemperaturen geplagt sind. Für ungeduldige Gärtner wie mich ist das nicht so doll. Aber lassen wir uns in Geduld üben. Der Sommer kommt bestimmt.
      Liebe Grüße,
      Claudine

  • Reply image-in-ing: weekly photo linky April 24, 2017 at 16:38

    Beautiful photos. Won’t you please come share at this week’s link-up:
    http://image-in-ing.blogspot.com/2017/04/elvis-sighting-in-israel.html

    • Reply merlanne April 24, 2017 at 16:46

      Thank you. I already sent the link to your week’s link-up.

  • Reply Bitzelchen April 24, 2017 at 22:05

    Erëm super schéin Fotoen;) Mir waren Ouschteren an der Schwäiz an haten 26°C an nëmmen Sonn! Et war wéi Summer, mä leider haten mer missten ofbriechen an hunn erëm missten zeréck an datt kaalt Lëtzebuerg. Et gëtt Zäit dat et och hei besser gëtt. LG Vicky

    • Reply merlanne April 25, 2017 at 07:52

      Merci Vicky. Wow, dat woren jo super Temperaturen. Fir mech ass Schwäiz ëmmer Synonym fir Schnéi … wéi een sech do kann ieren. Schued, dass dir hutt missten méi fréi heemkommen.
      LG
      Claudine

  • Reply Claudia April 26, 2017 at 15:09

    Traumhaft schöne Bilder! So zart und fein!
    Aber warum hast du denn den Sommer nicht mitgebracht? Oder wenigstens ein Stück davon, naja wird schon noch kommen.
    ♥liche Grüße
    Claudia

    • Reply merlanne April 26, 2017 at 15:16

      Eine kleine Tüte voll hatte ich mitgebracht, aber es hat wohl nicht gereicht 😉
      Liebe Grüsse,
      Claudine

  • Reply Marion April 26, 2017 at 21:40

    Liebe Claudine,

    wunderschön portraitiert hast Du den Blauregen. Ich finde ihn auch sehr schön, wüsste aber nicht, an welchem Platz er bei mir im Garten keinen Schaden anrichten würde. Daher schaue ich ihn mir lieber bei anderen Gartenbesitzern an. Ganz tolle Bilder, sie zeigen schon einwenig den Sommer, der vielleicht heimlich um die Ecke schaut, wer weiß. LG sendet Marion (ehemals Blumenfrau)

    • Reply merlanne April 27, 2017 at 08:37

      Hallo, liebe Marion.
      Danke für deine lieben Zeilen. Es ist wirklich nicht einfach, einen geeigneten Platz für den Blauregen zu finden, denn, das kann ich im Ferienhaus in der Provence beobachten, diese Rankpflanze hat ganz schön Kraft und man muss sie in Schach halten. Hier hat sich der Sommer für’s Wochenende angekündigt. Hoffen wir, dass die Wetterfrösche sich nicht geirrt haben. Ganz liebe Grüße,
      Claudine

  • Reply Judika April 27, 2017 at 08:34

    Liebe Claudine,
    wundervoll sieht sie aus die Glyzine. Ein paar Tage in Frankreich täten mir jetzt auch gut, besonders nachdem Du so schwärmst.
    Macht es Euch fein,
    Margot

    • Reply merlanne April 27, 2017 at 08:38

      Danke Margot.
      Ein bisschen “Heim”weh nach den sonnigen Süden hat sich hier auch schon wieder eingestellt.
      Ganz liebe Grüße,
      Claudine

  • Reply Photo(Geo)grapher April 27, 2017 at 17:55

    These are nice photos!

  • Leave a Reply

    %d bloggers like this: