Weihnachten

Nachhaltige Weihnachten

December 11, 2016
x-default

Foto: piqza.de

Sidd der och schonn fläisseg derbäi Chrëschtdag z’organiséieren? Wéi sou oft maachen ech mir Gedanken, wéi ech den Alldag gestalte kann, ouni weider zum villen Misär op eisem Planéit bäizedroen. Hei meng Iddien fir en “nohaltegen” Chrëschtdag.

“Nachhaltigkeit”, ein Modewort, das doch gar nicht so modern ist. Nachhaltig handeln, nachhaltig wirtschaften, das konnten unsere Großeltern noch, das haben die nachfolgenden Generationen aber arg verlernt oder ganz einfach gar nicht gelernt. Mit den desaströsen Konsequenzen für Gesundheit, Natur und Gesellschaft, die wir tagtäglich in den Nachrichten serviert bekommen und selber erfahren. “Ja, aber was kann ich denn da machen?”, ein Satz, bei dem mir regelmäßig der Hut hochgeht (würde ich denn Hüte tragen). Wir sind Teil dieser Gesellschaft und die “Anderen”, die “schuld an allem” sind, sind auch wir selbst.

In diesem Sinne machen wir uns hier bei Merlannes immer wieder Gedanken, wie wir im positiven Sinne nachhaltig handeln können (auch wenn es nicht immer gelingt). Stolz bin ich auf Mademoiselle Merlanne, die, wenn es um “Shoppen” und “Must have”‘s geht, meint: “Das brauche ich doch gar nicht, warum sollte ich mir das kaufen?” oder “Ich brauche doch keine neue Jeans, meine alten sind immer noch ganz ok”.

Bei den Weihnachtsvorbereitungen ist es nicht anders. Auch hier kann man auf vieles verzichten oder aber überlegen, wie es sich nachhaltiger feiern lässt. Hier ein paar meiner ganz persönlichen Tipps:

christmas

1. Weihnachstbaum kaufen

Als ich noch alleine lebte, da war das Thema schnell erledigt: es gab einfach keinen Weihnachtsbaum. Ein paar Tannen- oder Fichtenzweige aus dem Wald, hübsch geschmückt an die Wand gehängt, reichten völlig aus, um in der Wohnung Weihnachtsstimmung zu zaubern.

Monsieur Merlanne ist da traditionsbewusster und mit ihm zog auch der alljährliche Weihnachtsbaum ein. Eine Woche vor Weihnachten wird sich ein Baum zugelegt, zwei Woche nach Weihnachten darf er wieder ausziehen.

So eine kurze Zeit erlaubt es z.B. einen Baum mit Wurzelballen zu kaufen (und ihn nachher in den Garten zu pflanzen) oder, was seit ein paar Jahren in verschiedenen Gärtnereien möglich ist, einen Baum zu mieten. Natürlich muss der lebendige Baum richtig gepflegt werden, damit er, wenn der Gärtner ihn nach Weihnachten wieder abholt, noch weiter lebt. Zur sorgsamen Behandlung gehört, den Baum langsam an die wärmere Temperatur im Haus zu gewöhnen (ein paar Tage im nicht so warmen Keller helfen dabei), ihn nicht neben die Heizung zu stellen und ihn regelmäßig zu gießen. Kunstschnee und Lametta sind ein absolutes No-go (das jedoch sowieso, da gesundheitsschädlich und unnützer Müll). Im Internet habe ich eine Luxemburger Baumschule gefunden, die sogar anbietet, den Weihnachtsbaum, mit einem Namenschild versehen, für die nächsten Weihnachten aufzubewahren.

Aber auch beim Kauf einer geschlagenen Tanne sollte man gezielt nachfragen, wo der Baum herkommt und ob er sogar eventuell aus ökologischem Anbau stammt. Bäume aus regionaler Produktion werden im allgemeinen auf kleineren, weniger intensiv bewirtschafteten Flächen herangezogen, da sie oft lediglich einen Nebenverdienst für den Waldbesitzer darstellen. Außerdem fallen keine langen Transportwege an und demnach sind regionale Weihnachtsbäume viel frischer und halten länger.

Tja, und da gibt es dann noch die immer wiederkehrende Diskussion um den Plastikweihnachtsbaum. Meine persönliche Meinung ist, dass, wenn die Kunststofftanne über Jahrzehnte immer wieder verwendet wird und den echten Weihnachtsbaum ersetzt, man durchaus von Nachhaltigkeit sprechen darf. Landet sie jedoch nach ein paar Jahren auf dem Müll, ist es mit der Ökobilanz nicht so gut bestellt.

 IMG_7346

 2. Weihnachtsdekoration

Ich persönlich mag ja am liebsten natürliche Dekorationen aus Holz oder Stroh, aber auch Selbstgebasteltes wie hier oben auf dem Bild. In den letzten Jahren kamen viele Basteleien von den Kindern aus der Schule hinzu oder aber hübsche Anhänger, die wir hier und da auf Künstlermärkten oder Wohltätigkeitsbazaren gekauft haben. Die ganz klassischen roten Kugeln sind noch von meinen Eltern, die in den letzten Jahren die Farbe Weiß für ihre Weihnachtsdekoration bevorzugen.

Eine über die Jahre “gewachsene” und immer wieder verwendete Weihnachtsdekoration vermeidet Müll und birgt auch so manch hübsche Anekdote.

Für mich besteht eine nachhaltige Weihnachtsdekoration aus

  • Naturmaterialien
  • lokalem Kunsthandwerk
  • geerbten oder auf dem Flohmarkt gekauften Weihnachtskugeln, die Geschichte haben
  • und, wenn es denn mal aus der Ferne kommen sollte, dann bitte aus dem Dritte Welt-Laden oder ähnlichem.

 

3. Verpackungsmüll vermeiden

Viel hübscher und umweltfreundlicher als das Geschenkpapier aus dem Laden sind wiederverwendbare Verpackungen aus Stoff, recyceltem Papier oder anderen zweckentfremdeten Behältnissen wie z.B. Kontaktlinsenbehälter oder Camembertkistchen. Wer schon länger hier liest weiß, dass ich mir jede Weihnachten gerne etwas Neues einfallen lasse. Auch hier steht die Müllvermeidung und die Wiederverwertung im Mittelpunkt. Ganz wie meine Großmutter versuche ich meine Geschenke sorgfältig zu öffnen, damit ich nachher das Papier schön glattstreichen und falten kann um damit ein zukünftiges Geschenk einpacken zu können. Stellt Euch mal die Berge an Müll vor, die man somit jedes Jahr an Weihnachten vermeiden könnte!

Cadeauen

 4. Schenken mit Sinn

Sinnvoll schenken heißt für mich nicht unbedingt, dass das Geschenk nützlich sein soll, es darf durchaus nur dekorativ oder luxuriös sein. Ich selber freue mich auch eher über Geschenke, die nicht so viel mit dem Alltag zu tun haben. Letztes Jahr am 17. Dezember 2015 hatte ich an dieser Stelle ein paar Geschenktipps gegeben (siehe: Meine ganz persönlichen Geschenktipps), die auch dieses Jahr immer noch aktuell sind. Wenn die Zeit es mir erlaubt, werde ich auch für 2016 eine Geschenkeliste aufstellen, aber versprechen möchte ich es jetzt nicht.

Sinnvolle Geschenke sind für mich:

  • Bücher, gekauft beim Buchhändler nebenan und nicht online
  • Kunsthandwerk von lokalen Designern und Künstlern
  • Fair-Trade Artikel
  • Lokale Produkte im Allgemeinen.

Wer lokal einkauft, der tut auch etwas gegen die Arbeitslosigkeit und gibt seinen Mitmenschen die Chance, sich eine Existenz aufzubauen. Wer seine Bücher beim Buchhändler kauft bekommt eine super Beratung (manchmal auch einen guten Kaffee oder Smoothie) und tut etwas dagegen, dass immer mehr  Buchhändler ihr Geschäft mangels Kundschaft schließen müssen. Man kann sich ja online informieren und die Bücher dennoch beim lokalen Buchhändler bestellen.

So, das waren meine weihnachtlichen Tipps für 2016. Wie war das doch gerade mit “Ja, aber was kann ich denn da machen?” ?

Eine schöne Adventszeit Euch allen!

You Might Also Like

  • Angeli December 11, 2016 at 21:35

    Wir haben aus Platzmangel keinen Baum. Als wir noch einen hatten war der mit Wurzeln und wurde mit geerbtem Weihnachtsschmuck dekoriert. Auch alte Dekoration von vorherigen Adventkränzen wurde verwendet. Heute haben wir nur noch einen Adventkranz den ich nur gelegentlich durch wenige neue Stücke ergänze. So habe ich einen herrlich individuellen Kranz, der jedesmal bewundert wird.

  • Marionette Hermann (Blumenfrau) December 14, 2016 at 13:15

    Liebe Merlanne, da waren wirklich einige interessante Ansätze dabei. Weihnachtsbaum mieten, hatte ich bisher noch nie gehört. Wir kaufen bei einem Bauern in der Umgebung, der Baum landet anschließend im Garten als Vogelfutterbaum ca 2 Monate lang, anschließend wird er im Kachelofen verheizt. Da wir sowieso mit Holz heizen, ist er da wirklich optimal genutz, finde ich. Als Verpackung verwende ich gerne Tüten, welche immer wieder benutz werden können, oft kommen diese nach Jahren wieder zu mir zurück und das finde ich dann richtig schön. Als Geschenke, schenke ich gerne Erinnerungen, wie Kalender die selbstgemacht sind, oder Bilder. Da bleibt natürlich die Nachhaltigkeit evtl. etwas auf der Strecke, aber ich bemühe mich um regionale Druckanbieter. Und die Geschenke werden dann das ganze Jahr über verwendet … das finde ich auch sinnvoll! Vielen Dank für die tollen Tipps und eine schöne Vorweihnachtszeit LG Marion

    • merlanne December 15, 2016 at 08:26

      Letztes Jahr hatten wir auch einen “Vogelfutterweihnachtsbaum”, der gerne und oft von unseren gefiederten Freunden besucht wurde. Vielen Dank für deine wertvollen Tipps und Inspirationen.
      Liebe Grüsse,
      Claudine

  • Melli December 17, 2016 at 19:46

    Hallo meine Liebe,
    Danke für diesen schönen Beitrag! Ich versuche seit einiger Zeit nachhaltiger zu leben, was mitunter ziemlich schwer ist… Deine Tipps sind aber ziemlich gut 🙂

    Ich liebe übrigens deine Anfänge auf letzebuergesch 🙂 Leider gibt es viel zu wenig Blogs, die auf letzebuergesch schreiben. Wie soll man da denn als Deutscher die Sprache üben? xD

    Liebe Grüße aus Berlin und besinnliche Feiertage,
    Melli

    • merlanne December 18, 2016 at 10:32

      Hallo Melli,
      Es freut mich, dass mein Post dich inspirieren konnte. Ja, die Anfänge der Posts auf Luxemburgisch sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich finde es immer wieder schön zu lesen, dass dies auch meinen LeserInnen gefällt. Wenige wissen, dass wir in unserem kleinen Ländchen eine eigene Sprache sprechen und nicht, wie sehr oft angenommen, Französisch. Das Luxemburgische steht der deutschen Sprache sehr nah und ist somit bestimmt für manchen deutschen Leser recht verständlich. Danke für deinen lieben Kommentar, der mir die Gelegenheit bot, auch dein interessantes und sehr ansprechend gestaltetes Blog kennenzulernen.
      Herzliche Grüße,
      Claudine

      • Melli December 19, 2016 at 19:57

        Liebe Claudine,
        ja, es ist sehr schade, wie wenige von der Luxemburgischen Sprache wissen. Wobei sie ja auch im Land ziemlich divers gesehen wird. Zu interessant. Ich hoffe, da noch viel lernen zu können 🙂

        Liebe Grüße und auch danke für deinen Kommentar! Hab schöne Feiertage!
        Melli

        • merlanne December 19, 2016 at 20:00

          Danke, Dir auch friedliche und frohe Feiertage!

    %d bloggers like this: