Kulinarisches

Lënsebulli (Linseneintopf)

January 29, 2016

 

Gëscht hat ech sou en “aarmséilegen” kléngen Merlanne heiheem, deen sech déck erkaalt huet. Wat gëtt et do Besseres, wéi en ze verwinnen an him seng Liiblingszopp ze kachen. Duerno goung et him schonns vill besser ;-).

Also, ich habe jetzt wirklich mit mir gehadert, ob ich dieses Posting heute schreiben soll oder nicht. Zum Ersten gefallen mir die Bilder nicht besonders (war wohl gestern nicht so in Form; außerdem finde ich “Suppen mit Fleisch fotografieren” recht schwierig). Zum Zweiten sieht es hier rundherum nicht gerade aufgeräumt auf und die alltäglichen “Pflichten” rufen nach mir (diesen Ruf kann ich aber sehr gut ignorieren 😉 ) und zudem bin ich noch recht müde von meinem gestrigen ersten Konzertbesuch mit Mademoiselle Merlanne (davon später).

Nun, es ist entschieden: heute gibt es trotz aller “Bedenken” das Rezept des einfach himmlischen “Lënsebulli“. Auch dies ist wieder so ein “typisch Luxemburger Menü”, das auf keiner Speisekarte im Land fehlt. Wie viele der landesüblichen Rezepte handelt es sich um eine Version eines auch anderswo gekochten Gerichts. Der Linseneintopf ist eines von Merlanne juniors Favoriten und da er gestern so richtig doll Halsweh und Schnupfen hatte und sich einen Tag schulfrei nehmen durfte, habe ich ihn ein bisschen verwöhnt (und mich mit).

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In Luxemburgisch heißt die Suppe “Lënsebulli” (vom französischen Wort “bouillie” für Brei). “Bulli” nennen wir aber auch den Schlamm, weswegen Merlanne junior der Meinung ist, dass der Name daher kommt, dass die Suppe so “schlammig” aussieht. Auch eine Interpretation, mir soll’s recht sein.

Lënsebulli

Oh, was sieht mein geübtes Auge: der Lauch fehlt auf dem Bild. Nun denn, ich war gestern wirklich nicht bei der Sache …

Aber jetzt zum Rezept:

Die Linsen waschen (ich benutze immer “Instant”-Linsen, die man nicht vorher einweichen muss), das Gemüse putzen und klein schneiden. Zuerst dünste ich die Zwiebeln und das Gemüse (ohne die Kartoffeln) in etwas Butter an. Währendem bringe ich das Wasser (ungefähr 4-5 mal das Volumen der Linsen) mit etwas Salz zum Kochen.

Nun die Linsen und das Gemüse in das Wasser geben. Die Kräuter dazugeben (2-3 Lorbeerblätter, 2 Gewürznelken, Thymian) und das Ganze etwa 1 Stunde köcheln lassen (die Dauer hängt auch von der Art der benutzten Linsen ab). Nach etwa 1/2 Stunde die klein geschnittenen Kartoffeln hinzugeben. Nicht vergessen, regelmäßige den Schaum abzuschöpfen.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die ganzen Würste während der letzten 10 Minuten mitkochen lassen (dreht die Hitze etwas zurück um zu vermeiden, dass sie aufplatzen).

Die Würste in Scheiben schneiden und zusammen mit der Suppe servieren. Petersilie passt auch noch gut dazu.

Gudden Appetit!

Hier übrigens noch ein Bild der anderen Lieblingssuppe von Merlanne junior: der “Bouneschlupp“. Das Rezept des Bohneneintopfes gibt es hier: “Bouneschlupp … grüne Bohnensuppe” . Dieses Rezept hatte ich im Januar 2014 veröffentlicht. Es war einer der ersten Postings bei Merlanne überhaupt. Wie die Zeit vergeht!

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Ach ja, ich wollte noch vom gestrigen Abend mit Mademoiselle Merlanne erzählen. Wir waren auf dem Konzert von Stefanie Heinzmann in der Rockhal in Esch. Mademoiselle Merlanne durfte die Schweizer Sängerin für die Schülerzeitung interviewen und nachher das Konzert besuchen. Es war Mademoiselle’s erstes “Pop”-Konzert überhaupt und ein großes Erlebnis. Und ich muss sagen, obwohl ich vorher die Lieder von Stefanie Heinemann nie so richtig im Radio wahrgenommen habe, hat mich das Konzert total überzeugt. Die sympathische Frau mit der Brille hat eine gewaltige Stimme, sprüht nur so von Energie, wird von Topmusikern begleitet und hat so manche Überraschung im Repertoire (die Soul- und Funktitel haben mir richtig gut gefallen). Mademoiselle und ich hatten einen tollen Abend (die glänzenden Augen von Mademoiselle alleine schon waren es wert, dass ich sie begleitet habe) und ich kann die Tour “Chance of Rain” von Stefanie Heinzmann, die mit dem gestrigen Act eingeläutet wurde, jedem empfehlen.

Ich wünsche Euch ein schönes und erlebnisreiches Wochenende!

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  • Rudi January 29, 2016 at 11:38

    Mhh mit lecker Mettenden 🙂

    • merlanne January 29, 2016 at 11:40

      Ah, die müssen sein! Ohne Mettenden ist die Suppe nur halb so lecker ;-).

  • Fredke January 29, 2016 at 11:40

    Lecker! Eins meiner Lieblingsgerichte!!! 🙂

    • merlanne January 29, 2016 at 11:42

      Ich glaube, solche Suppen gehören allerorten zu den Top 10 der Lieblingsgerichte 😉

  • Cathy Meder-Dempsey January 29, 2016 at 14:18

    I hope Merlanne Jr. is feeling better soon. This is something I haven’t made. Pinned it to my Lëtzebuergesch board. I’m using your “Zutaten” photo as the cover photo for the board. Love the picture!

    • merlanne January 29, 2016 at 14:56

      Thank you Cathy. Yes, he is feeling better … who knows, perhaps because of this “good-feeling”-soup 🙂

  • Anna Schmidt January 29, 2016 at 18:07

    Oh lecker … ich finde die Bilder bestens geeignet um meinen Appetit aufzuwecken! Das Gericht kennt offensichtlich keine Grenzen und hat überall Liebhaber! 😀 Für dieses Wochenende ist eingekauft, aber es steht bestimmt bald auf dem Plan! Liebe Grüße Anna

    • merlanne January 29, 2016 at 18:12

      Danke Anna. Dann haben die Bilder ja ihren Zweck erfüllt :-).
      Herzliche Grüsse und ein gutes Wochenende wünscht,
      Claudine

  • johannarundel January 29, 2016 at 20:13

    Oh, in Linsensuppe könnte ich mich reinsetzen! In meiner Familie kommt immer noch ein Schuss Essig hinein und rohe Zwiebelwürfel gemischt mit frischem Petersilie. Dazu ein gutes Roggenbrot mit ordentlich Butter – einfach göttlich.
    Ganz liebe Grüße
    Johanna

    • merlanne January 29, 2016 at 20:45

      Das klingt wundervoll. Das nächste Mal gibt es einen Linseneintopf à la Rundel.
      Liebe Grüsse,
      Claudine

  • Karin January 30, 2016 at 06:44

    Linsensuppe gibt es auch in Griechenland und ich liebe das Gericht. Wir essen meistens noch etwas Saures dazu (eingelegte Gurken) oder auch mal geräucherten Fisch oder Feta-Käse. Danke für das tolle Rezept, ich werde das nächste Mal auch noch etwas Lauch in meine Suppe geben, das wird sicher köstlich.

    • merlanne January 30, 2016 at 11:40

      Mmh, die griechische Version macht mir ebenfalls Appetit.

  • minibar January 30, 2016 at 22:13

    In meine Linsensuppe kommen mehr Kartoffeln.
    Wir lieben sie auch sehr.
    Liebe Grüße Bärbel

  • Judika January 31, 2016 at 00:06

    Liebe Claudine,
    unser ältester und unser jüngster Sohn lieben Linsensuppe, wir essen dazu Mehlklösse, (ähnlich wie Eure), allerdings essen wir die Linsensuppen seit vielen Jahren ohne Wursteinlage. Der jüngste Sohn liebt außerdem gedünstete grüne Bohnen mit Mehlklössen, die nach dem Kochen in Butter angebraten werden und genau diese habe ich heute gekocht.
    herzlich Judika

    • merlanne January 31, 2016 at 05:53

      Hallo Judika,
      mir läuft das Wasser im Munde zusammen bei der Lektüre deines Kommentars. Gerne würde ich auch Linsensuppe usw. ohne Wursteinlage servieren, aber dann streikt hier meinen Truppe.
      Herzliche Grüsse,
      Claudine

  • Signore Pinella January 31, 2016 at 09:08

    Liebe Claudine,
    ich liebe Linsen und Deine sehen besonders gut aus! Danke für das Rezept und die Inspiration! Bei uns gibt es deshalb heute auch Linsen…
    Herzlichst, Signora Pinella

    • Signora Pinella January 31, 2016 at 09:08

      Jetzt hab ich doch glatt meinen Namen falsch geschrieben. Nein der Signore postet nicht in meinem Namen;) sono la Signora…

    • merlanne January 31, 2016 at 11:00

      Danke liebe SignorA ;-). Ich wünsche Euch einen guten Appetit. Heute gibt es bei uns übrigens Schweizer Raclette.
      LG
      Claudine

  • undiversell February 1, 2016 at 10:21

    Da haben wir dieses Wochenende wohl den gleichen Gedanken gehabt, liebe Claudine: unsere Linsensuppe zu zeigen. Die Mettenden machen mir großen Appetit. Ich bin froh, dass sich auch andere noch trauen, deftiges Essen im Zeitalter von vegetarisch und vegan zu zeigen. Lasst es euch schmecken. LG Undine

    • merlanne February 1, 2016 at 10:25

      Ach, es wäre doch schlimm, wenn man sich nicht “trauen dürfte”. Jeder soll glücklich nach seiner “façon” werden und wir sind es nun eben mit Mettenden.
      Herzliche Grüsse,
      Claudine

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