Kulinarisches, Luxemburg

Mummentaart

June 16, 2014

Wie kennt se nach, d’Mummentaart vun eise Groussmammen? Ma ech ka mech nach ganz gutt drun erënneren, wann eis Boma Maus, wéi mer se ëmmer genannt hunn, esou eng “gedeckelt” Äppeltaart gemaach huet. Am Plaatz d’Taart ganz ofzedecken, huet si ëmmer eng “Leeder” drop geluet, wouhier mir dunn des Taart och oft eng “Leedertaart” genannt hunn. E flott Rezept vun der Mummentaart hunn ech am Buch “Mir iesse gär gutt” fonnt.

Mummentaart“, so nennt man in Luxemburg einen gedeckelten Apfelkuchen. Meine Großmutter hat ihn gerne gebacken und abgedeckt hat sie den Kuchen mit einem Gitter. Sie nannte den Kuchen dann auch “Leedertaart” (Leeder = Leiter). “Mumm” wurden übrigens früher ältere Frauen genannt. Das Wort wird heute so gut wie nicht mehr gebraucht und wenn, dann ist es nicht sehr nett gemeint.

Da ich das Originalrezept meiner Großmutter leider nicht finden konnte, habe ich den Kuchen nach einem Rezept (mit ein paar kleinen Änderungen) aus dem ganz tollen Buch “Mir iesse gär gutt” (“Wir essen gerne gut”) gebacken. MIGG-700x480In diesem Buch haben Mitglieder eines Seniorenclubs in Luxemburg, zusammen mit Schulkindern, Luxemburger Rezepte gesammelt und nachgekocht. Ich finde die Idee super und man sieht den Fotos im Buch an, dass Jung und Alt viel Spaß an diesem Projekt hatten.

Das Rezept, das ich ausgesucht habe, heißt “Mummentaart mat Viz” (Viz = Apfelsaft). Ich hatte den Kuchen vor einer Woche für Gäste gemacht und auf die Schnelle fotografiert. Doch auch wenn der Kuchen vielleicht auf dem Foto nicht so toll aussieht, schmecken tat er wundervoll und unsere Gäste haben mit Freude die übrig gebliebenen Stücke mit nach Hause genommen.

 

Und hier nun das Rezept:

Zutaten:
Für den Teig:
400 g Mehl
150 g Butter
150 g Zucker
2 Eier
2 Kaffeelöffel Backpulver

Für die Füllung:
1,5 kg Äpfel
etwa 3 Päckchen Vanillepudding
200 g Zucker
ca. 1 L süßer Apfelsaft
eventl. eine Handvoll Rosinen
1 Ei

Das Mehl mit dem Backpulver vermischen. Ein Mulde in das Mehl graben und die kalte Butter in Stückchen in die Mulde schneiden. Den Zucker und die Eier dazugeben und mit sehr kalten, bemehlten Händen einen Mürbeteig kneten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und etwa eine Stunde im Kühlschrank aufbewahren.

Inzwischen die Äpfel schälen und in kleine Stückchen schneiden.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Den Apfelsaft aufkochen und den Zucker dazugeben. Dann das Vanillepuddingpulver in ein wenig Apfelsaft auflösen und in den Topf mit dem Apfelsaft und dem Zucker geben. Mit dem Schneebesen rühren bis der Pudding fest ist. Von der Kochplatte nehmen. Die Äpfel dazugeben und eventuell auch noch etwas Rosinen dazutun (das hat meine Großmutter auch immer getan).

Nun eine große Springform einfetten und mit Mehl bestäuben. Eine Hälfte des Teiges dünn ausrollen und die Backform damit auskleiden (auch die Wände der Form). Die Apfel-Pudding-Füllung hineingießen. Die andere Hälfte des Teiges dünn ausrollen, dünne Streifen mit einem Teigrädchen schneiden und diese in Gitterform auf die Füllung legen. Am Rande etwas andrücken.

Im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen eine Stunde backen. Nach 45 min die Teigstreifen mit 1 aufgeschlagenen Ei bestreichen. Das gibt dem Gitter einen leichten Glanz.

Aus dem Backofen nehmen und abkühlen lassen.

Ich finde der Kuchen schmeckt noch besser, wenn man ihn vor dem Servieren etwa eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellt.

Gudden Appetit!

Heute nehme ich mit diesem Rezept beim “My Monday Mhhhhhh” teil. Schaut mal rein, denn ich habe schon ganz tolle Rezept heute morgen dort entdeckt, u.a. das Rezept einer Urgroßmutter.

 

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  • baujulia June 16, 2014 at 09:37

    Ohh wie lecker, da komm ich dann gleich mal vorbei 😉

    • merlanne June 16, 2014 at 09:40

      Ich kann Dir auch ein Stück einpacken 😉

  • Tanja mx | living June 16, 2014 at 11:17

    Sieht super lecker aus! Ich bin ein großer Apfelkuchenfreund und den probiere ich ganz sicher aus! Danke für das Rezept! Liebe Grüße, Tanja

    • merlanne June 16, 2014 at 11:24

      Gern geschehn! Beim Nachmachen nicht vergessen, den Kuchen ganz auskühlen zu lassen bevor Du die Springform öffnest. Der Mürbeteig ist recht brüchig.
      LG
      Claudine

  • Dania June 16, 2014 at 11:19

    mhhh – das schaut nach viiiielen äpfeln aus! herrlich!
    lieben gruß
    dania

    • merlanne June 16, 2014 at 11:25

      Ja, seeehhr viiiele Äpfel 😉
      LG
      Claudine

  • RAUMiDEEN June 16, 2014 at 17:16

    Jetzt ein Stück davon essen, ich merke, ich bin hungrig! Dein Kuchen sieht klasse aus. Ich finde es schön, wenn Projekte, wie dieses Kochbuch, Jung und Alt zusammenbringen!
    Liebe Grüße, Cora

  • mickey June 16, 2014 at 22:17

    1,5 kilo äpfel…na, das ist ja mal ein richtiger apfelkuchen! den back ich auf jeden fall mal für den göttergatten und da freu ich mich jetzt schon auf sein gesicht 🙂 lg mickey

    • merlanne June 17, 2014 at 06:34

      Ich hoffe es schmeckt ihm 🙂
      LG
      Claudine

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