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Guernsey … eine Insel zum Verlieben (Teil III)

August 12, 2016

Haut, am leschten Deel vun menger Guernsey-Trilogie, gi mer iwwer d’Insel spadséieren. Guernsey ass e Paradäis fir Naturfrënn.

Heute, im letzten Teil meiner Guernsey-Trilogie, nehme ich Euch mit auf eine Wanderung durch atemberaubende Landschaften und zu interessanten Sehenswürdigkeiten. Viele Touristen Guernsey’s besuchen die Insel gerade wegen der wunderschönen, oft noch intakten Natur im Landesinneren und an den spektakulären Küsten. Wassersport, Wandern, Vögel beobachten, Fahrradfahren, … die Insel ist ein Paradies für Abenteuerlustige.

Wir wollten uns Fahrräder ausleihen, haben es dann aber sein lassen und sind viel gewandert.

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Wunderschön fand ich unsere Wanderung rund um den  St. Saviour Reservoir, in etwa 1 1/2 Stunden zu machen, auch mit Kindern. Auf speziell angelegten Schilf”betten” finden sich viele Vogelarten zum Futtern ein.

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Der Wald rund um den Stausee hat mich mit seiner Blumen- und Baumvielfalt an einen Märchenwald erinnert und sogar die Kids fanden Gefallen an dem Spaziergang, denn es gab immer etwas zu entdecken.

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Ein andermal haben wir den äußersten Südwesten der Insel erkundet, ab “La Lague” über die Klippen zur Portelet Beach, dann über die Hügel zurück bis zum Hotel Imperial, ein etwas in die Jahre gekommenes Hotel direkt an der Küste, in dessen Restaurant es vorzüglich zu essen gab. Hier ein paar Bilder:

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Unterwegs trafen wir immer wieder auf leerstehende, zerfallene Gewächshäuser. Ich glaube, die Zeiten, in denen der Tomatenanbau einer der wichtigsten Wirtschaftsgrundlagen in Guernsey war, sind vorbei. Ich habe gelesen, dass, als die EU begann, die Massenproduktion in den Niederlanden zu subventionieren, die Guernsey-Tomaten nicht mehr konkurrenzfähig waren.

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Aber auch das ist Guernsey: fast leere Strände, so weit das Auge reicht. Die Kinder hatten schnell ihren Lieblingsstrand ausgemacht: Cobo Beach. Merlanne Junior hat sich seinen Neoprenanzug, den wir im Strandladen gekauft hatten, übergezogen und ging seinem Hobby “Wellenspringen” nach, Mademoiselle ließ sich gemütlich zum Lesen und Sonnentanken in den Sand nieder und Monsieur Merlanne und ich genossen ein kühles Bierchen auf der Terrasse vom Cobo Bay Hotel oder dem Rockmount Restaurant (super sympathisch und sehr gutes Essen).

Oh, fast hätte ich es vergessen: Tea Time im Cobo Beach Tea Room, das dürft Ihr Euch nicht entgehen lassen. Ihr kennt ja mein Faible für “tea with clotted cream” und “scones”. Nun, hier gibt es nicht nur himmlische Scones sondern auch absolut famose Kuchen und Torten und traumhaft gute heiße Schokolade. Mademoiselle und ich haben es genossen und hätten am liebsten dort unsere Zelte aufgeschlagen.

 

Es gäbe noch so viel zu erzählen und zu zeigen: Lihou Island, das Wrackmuseum Fort Grey, Sausmarez Manor, vielen Bunker und Wachtürme aus dunklen Besatzungszeiten im Zweiten Weltkrieg und, und, und… Nun, vielleicht habe ich Euch ja Lust gemacht, wer weiß, selbst einmal in Guernsey auf Entdeckungsreise zu gehen? Uns hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen.

Lasst es Euch gut gehen!

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Guernsey … eine Insel zum Verlieben (Teil II)

August 8, 2016

A weider geet eis Rees duerch Guernsey. Haut huelen ech iech mat op St. Peter Port.

Weiter geht es, wie versprochen, auf Entdeckungsreise durch Guernsey, unser Urlaubsziel vor zwei Wochen. Heute nehme ich Euch mit auf einen Stadtbummel durch Guernsey’s Hauptstadt St. Peter Port.

Irgendwie habe ich mich sofort wohl gefühlt in der kleinen, beschaulichen Hauptstadt, fast wie zu Hause. Luxemburgs Hauptstadt ist zwar flächenmäßig etwa 8x größer als St. Peter Port, doch auch recht beschaulich und an einem Tag zu besichtigen. Außerdem gibt es in St. Peter Port viele Banken, niedrige Steuern machen den Offshore-Finanzplatz attraktiv. Etwa 32 Prozent des Bruttosozialprodukts von Guernsey werden durch Finanzdienstleister erwirtschaftet und wenn man mittags durch die Stadt bummelt, begegnet man vielen eiligen, jungen Leuten im Businesslook, die ihre Mittagspause in den Restaurants und Pubs verbringen. Wie gesagt, das kam mir alles sehr vertraut vor.

Unser Cottage lag auf der gegenüberliegenden Seite der Insel, etwa 15 Minuten Fahrt entfernt. Demnach war es kein Problem, den einen oder anderen Tag in der Stadt zu verbringen und auf Besichtigungstour zu gehen.

Bei unserem ersten Besuch, sonntags, fand gerade ein Strassenmarkt entlang des Hafens statt. Wie Ihr wisst, ziehen mich Märkte immer magisch an. Dieser Markt hatte aber so gar nix mit den Märkten zu tun, die ich z.B. aus Südfrankreich kenne. Stichwort “beschaulich”: es ging sehr gemütlich zu und die meisten Stände waren entweder von Privatleuten, die ihre selbst hergestellten Waren verkauften oder aber von Vereinen, Clubs, Hoteliers usw. Mademoiselle Merlanne war ganz eingenommen von den Cup Cakes, ich total beeindruckt von den Riesenchampignons, die ein lokaler Züchter anbot.

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Wisst Ihr übrigens, dass Guernsey seine eigenen Banknoten druckt? Natürlich kann auch mit dem Pfund Sterling bezahlt werden, doch irgendwie ist es doch exotischer, ein paar Guernsey-Noten im Portemonnaie zu haben. Man kann den Rest auf der Fähre zum Festland wieder umwechseln (oder in Chips und Schokolade investieren, wie die jungen Merlannes). Schmunzeln musste ich, als ich gelesen habe, dass das Konterfei der englischen Königin erst seit den 90iger Jahren auf einigen Scheinen zu sehen ist. Zuvor waren nur prominente Persönlichkeiten der Insel abgebildet. Die lange Weigerung der Insel, die Königin abzubilden, mag mit der anti-royalistischen Stimmung auf der Insel zu tun haben. Sie sind schon etwas eigen, die sympathischen “Guernseyaner”.

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Früher, als Untertanen des Herzogs der Normandie, sprachen die Bewohner der Inseln ein mittelalterliches Französisch, “Norman French” genannt. Dieses normannischen Patois hat sich bis heute erhalten und wird, wie man auf dem Stadtplan lesen kann, weiterhin gepflegt. Auch Französisch ist sehr präsent und viele Orts- und Straßennamen und auch Familiennamen sind französisch oder haben einen französischen Ursprung. Es wird aber heute überwiegend Englisch auf der Insel gesprochen.

Mir persönlich wird unser Besuch im Hause Victor Hugos bestimmt noch lange in guter Erinnerung bleiben. Der französische Schriftsteller musste Frankreich schnellstmöglich verlassen, nachdem er es nicht so toll fand, als Napoleon Bonaparte sich 1851 an die Macht putschte und sich ein Jahr später die Kaiserkrone aufsetzte. Mit den Worten “Weil wir Napoleon den Großen gehabt haben, sollen wir nun Napoleon den Kleinen haben?” sollte der Autor von “Les Misérables” (das er übrigens auf Guernsey geschrieben hat) den Staatsstreich kommentiert haben. 15 Jahre lebte er in Guernsey im Exil.

Das weiß getünchte “Hauteville House” über den Dächern von St. Peter Port ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Ich war hin und weg zu entdecken, dass Monsieur Hugo nicht nur ein begnadeter Schriftsteller war, sondern ebenfalls ein phantasievoller Heimwerker. Aus alten Holzkoffern wurden Wandvertäfelungen oder eigenwillige Möbelstücke. Die englische Art und Weise, die Wände mit Stoff zu beziehen, hat Victor Hugo noch weiter entwickelt, indem er auch verschiedene Zimmerdecken mit Stoff tapezierte. Das Speisezimmer schmücken Delfter Kacheln, die ein paar Mal in Form des Buchstaben H angeordnet sind. Am besten gefallen hat mir aber Hugos lichtdurchflutete Arbeitszimmer mit der grandiosen Aussicht aufs Meer. Natürlich, wie kann es anders sein, gibt es auch einen prachtvollen Garten, in dem Grand-Papa Hugo gerne mit seinen Enkelkindern spielte. Auch nachdem er wieder nach Frankreich zurückgekehrt war, hat der das wunderschöne Haus in Guernsey behalten und auch noch mehrmals besucht.

Das Haus wird heute von der Stadt Paris verwaltet und man muss sich für die Führungen im Vorfeld anmelden.

Ein anderer Garten, oder besser gesagt Park, durch den man als Blumenliebhaber unbedingt spazieren muss, ist der kleine preisgekrönte Park “Candie Gardens“. Hier gedeihen botanische Raritäten wie Ginkgobaum und Palmfarn und man trifft auf eines der ältesten erhaltenen Gewächshäusern aus dem späten 18. Jahrhundert. Das Guernsey Museum und Kunstgalerie und die Priaulx Bücherei befindet sich ebenfalls in der Parkanlage.

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Dem Hafen vorgelagert ist die Burg “Castle Cornet“, eine altertümliche Festung, die die Stadt und den Hafen von St. Peter Port für beinahe acht Jahrhunderte schützte. Im Innern der Burg befinden sich fünf Museen, die die umfangreiche und wechselhafte Geschichte der Festung und auch der Guernseys, wiedergeben. Es gibt Theateraufführungen, Aktivitäten für Kinder sowie Führungen und jeweils zur Mittagszeit feuern Soldaten in Kostümen des 19. Jahrhunderts einen Salutschuss ab (da kann man mal erschrecken, wenn man es nicht weiß, so wie ich).

Unweit der Burg gibt es ein Aquarium und Merlanne Junior wollte unbedingt dorthin, nachdem wir ihn zu all den anderen “langweiligen” Besichtigungen “gezwungen” hatten. Leider waren wir sehr enttäuscht, scheint das in einem Tunnel liegende Aquarium zur Zeit nicht sehr gut unterhalten zu sein. Es gab schon ein paar interessante Fische und Reptilien zu bewundern, doch waren die Becken ziemlich verschmutzt und die Beschriftung teilweises nicht vorhanden. Schade!

Zum Schluss nehme ich Euch mit auf eine kleine Shoppingtour. St. Peter Port ist wahrlich kein Paradies für Shopping-Queens, da eignen sich Paris oder London besser, doch es gibt viele hübsche, liebevoll eingerichtete Lädchen, in denen sich das eine oder andere Inselsouvenir ergattern lässt.

Nicht verpassen dürft Ihr den “National Trust of Guernsey Victorian Shop“, 26 Cornet Street (auf dem Weg zum Hauteville House). Es gibt Postkarten, Veilchenbonbons, Häkeldeckchen und viel, viel Schönes mehr. Außerdem bekommt man einen Einblick, wie die Geschäftsleute zu Zeiten Queen Victorias gelebt haben.

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So, damit endet die Stadtrundfahrt durch St. Peter Port. Ich hoffe es hat euch gefallen und ihr kommt wieder vorbei, wenn es heißt “Guernsey … eine Insel zum Verlieben (Teil III)”.

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